Der Klang der Timple

von Bernhard Hanneken

Es gibt die Gitarren, und es gibt die Gitarrchen, kleinere Ausführungen mit drei, vier oder fünf Saiten. Wie die jeweilige Entwicklungslinie genau verlief, vermag niemand zu sagen. Dabei findet man solche kleinen Gitarren rund um den Globus: Man kann da an die Tres auf Kuba oder die Cuatro in Venezuela denken, an die Ukulele Hawaiis oder das Cavaquinho Portugals. Oder an die Timple, ein fünfsaitiges Instrument, die typisch für das Klangbild der Kanarischen Inseln steht. Jahrelang ward sie eigentlich nur zur Begleitung beliebt, bis sich Anfang des Jahrtausends Musiker daran machten, sie als Solo-Instrument zu etablieren. Germán López ist einer der bedeutendsten der heutigen Generation. Dabei geht es nicht nur darum, die Klangeigenschaften der Timple auszuloten. Genauso wichtig ist, sie aus der Folklore-Ecke herauszuholen, zumal man auf ihr auch schwungvoll Klassik, Jazz, Flamenco sowie andere Musikstile spielen kann. Der Beginn einer Weltkarriere für das Instrument im Midi-Format? Zumindest der Beginn eines neuen Evolutionsschritts, für den Germán López virtuos den Weg mitbereitet.

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