Der heisere Engel aus Jerusalem

von Bernhard Hanneken

Es gibt Stimmen, die elektrisieren. Als „heiseren Engel“ apostrophierte „Die Zeit“ den Israeli mit dem markanten Irokesenschnitt, von einer „sirenenartigen, zuweilen androgynen Stimme“ sprach laut.de, gar vom „neuen Messias“ der mexikanische „Rolling Stone“. Auch, wer weniger religiös angehaucht ist, muss zugeben: Man muss der Stimme nicht unbedingt folgen, aber sie kann einen verfolgen, mit ihrer Eindringlichkeit, ihrer Variabilität, ihren Wechseln zwischen Falsett und tiefen Lagen. Spätestens mit „One Day“ wurde Asaf Avidan bei uns ein Begriff, ohne dass es bis heute gelingt, ihn musikalisch festzunageln: Mal dominiert Blues-Rock, dann wieder melancholische Akustik, mal greift er tief in die Elektronikkiste, dann säuselt einschmeichelnder Folkrock in die Gehörgänge. Was auch jede neue Platte, jede neue Tournee zu einer Überraschung werden lässt. Sicher ist, er kommt mit Band. Sicher ist, es wird ein Konzert großer Gefühle. Herz, Schmerz, die ganze Melodrama-Palette. Höchste Intensität ist angesagt!

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