Große Musik kleiner Menschen

von Bernhard Hanneken

Es ist eine vergehende Kultur: Ob gezwungen oder freiwillig - der traditionell nomadische Lebensstil der Pygmäen in den Urwäldern Afrikas weicht langsam der Sesshaftigkeit. Damit ist auch die Kultur, die Musik, der Gesang, der Tanz vom Aussterben bedroht. Diese Gruppe von drei Männern und drei Frauen zeigt in einem 60minütigem Programm den ganzen Reichtum der Kultur der Aka-Pygmäen, die in einer Region leben, die in Teilen zu Kamerun, der Republik Kongo, der Zentralafrikanischen Republik und Gabun gehört. Es sind hoch spezialisierte Waldmenschen, die nach wie vor in inniger, spiritueller Verbindung mit dem „Kosmos Wald“ leben, der für sie ein unendliches und unteilbares Gut darstellt. Für die Pygmäen ist der Wald Gott, dem sie singend begegnen, damit er nicht einschläft, die Früchte weiter wachsen und die Tiere keinen Hunger leiden. Diesen Kosmos versucht Ndima seit mehreren Jahren mit ihrem Programm „Moaka na ndima“ (Ein Aka-Pgymäe im Wald) auch auf internationalen Bühnen den Menschen nahe zu bringen, mit Jagdinstrumenten wie dem Mundbogen Mbela oder der Harfenzither Mondoumein, mit Trommeln und Tanz, und mit dem komplexen polyphonen Jodel-Gesang. Ein faszinierender Einblick in eine stark gefährdete (Musik-)Welt.

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