Koreanischer Post-Rock

von Bernhard Hanneken

Jambinai folgen keinen Trends – sie setzen sie.“ Der das sagt, muss es wissen - der englische Produzent Steve Lillywhite hat immerhin schon mit Peter Gabriel, den Pogues und U2 gearbeitet. Jetzt interessiert er sich also für diese schrägen Koreaner. Die folgen eigentlich einem einfachen Konzept: Man nehme eine Handvoll traditioneller Instrumente und finde heraus, was man mit ihnen musikalisch anfangen kann – jenseits gängiger Wege wie koreanische Musik oder westlichem Rock. Die Geige Haegum, die Zither Geomungo oder die Oboe Piri treffen auf trashige E-Gitarre, elektronische Loops oder funkigen Bass. Das ist manchmal sehr leise, melodiös, sphärisch, explodiert aber im nächsten Moment krachend laut und furios punkig. Neues, Aufregendes, Originelles entsteht aus dem Mix von Genres, Zeiten und Kulturen, aus der Konfrontation von Widersprüchen zwischen fernöstlichen Traditionen und westlichem Lifestyle. „Jambinai sind eine koreanische Band, die alle Erwartungen zu zerstören scheint, was koreanische Musik sein kann.” (Korean Indie) Das tun sie allerdings, und zwar mit epischer Wucht. Grandios.

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