Stammestrommeln im Club

von Bernhard Hanneken

Die 1995 im österreichischen St. Pölten gegründete Gruppe Bauchklang ist eine Beatboxing-Band: Die fünf machen Clubmusik nur mit Stimmen. Dabei ist Bauchklangs Beatboxing ist vor allem eins: Tanzmusik. Tanzmusik, die statt in gesungenen Liedern in elektronischen Tracks organisiert ist. Ihre Synthesizer und Sequencer sind ihr Bauch. Groove in seiner reinsten Form als archaische Stimmartikulation, Bauchklang als eine menschliche Rhythmusmaschine. Ihre ‚Consciousness’ destilliert sich über ähnliche formale Strukturen wie in der afroamerikanischen Call-and-Response- oder Spoken-Word-Tradition (Last Poets, Gil Scott-Heron, Saul Williams). Gleichzeitig verbinden sie ihre rituellen Stammesgesänge zu onomatopoetischen Rhythmussequenzen aus Dub, Downbeat, Dancehall, Techno, Electro und elektronischem Funk: Ein ganz menschlicher und doch voll elektronischer Dance-Sound.

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