Tanzweisen von Dahlhoff und Co.

von Bernhard Hanneken

Eigentlich war es nichts Ungewöhnliches: eine Küsterfamilie im Westfalen des 18. Jahrhunderts, die durch mehrere Generationen hindurch Musik machte – zu religiösen Zeremonien ebenso wie zu weltlichen Festen und Tanzveranstaltungen. Diese Melodien sind heute immer noch bekannt – oder wieder, muss man sagen -, weil sich der Herr Küster daran setzte, sie auch aufzuzeichnen. Und so haben wir eine ziemlich genaue und ob einiger Weisen auch überraschende Einsicht in das breite Repertoire an Volksmusik, adaptierter Klassik und höfischer Musik, das damals auch das gemeine Volk erfreute.

 

Wolfgang Meyering stieß auf diese Sammlung als Kollateralschaden bei einer anderen Recherche, sein Wiener Kollege Simon Wascher aktivierte den Kontakt zur Berliner Staatsbibliothek, die mittlerweile die zehn Bände online gestellt hat (LINK), und mehrere Gruppen haben Tänze aus der Sammlung in ihr Repertoire aufgenommen. Malbrooks Tanzkapelle ergänzen sie um Musiken aus dem Geigenbuch aus Arendsee in Mecklenburg oder dem Notenbuch der Henriette Gehrcke aus Wernigerode im Harz. Ein Vortrag sowie eine Ausstellung (in der Bibliothek) runden das Thema ab.

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