Die Gewinner der Weltmusikpreise 2017

von Bernhard Hanneken

Vier Kategorien – vier Preisträger. Leicht gemacht hat es sich die Jury nicht, sich aber dann auf ein sehr überzeugendes Gewinner-Paket einigen können.
 
Also gehen die Porzellanskulpturen von Kerstin Kreller in diesem Jahr an:
 
Hauptpreis: Ringsgwandl
„Wer, wenn nicht Ringsgwandl, berichtet uns über die Absurditäten, die es nur in der bayerischen Provinz gibt und die Auswirkungen haben landesweit?“ fragt die Jury rhetorisch und verleiht die Auszeichnung an Georg Ringsgwandl „für die Fähigkeit, seine Heimat Bayern künstlerisch ganz und gar zu erfassen, ihre Eigenheiten seinen Landsleuten vor Augen zu führen und sie den anderen – den Nichtbayern – verständlich zu machen.“
 
Förderpreis: Banda Internationale
Bei ihr lobt die Jury, dass „menschliche Hilfe gelebt und gleichzeitig eine musikalische Vision entwickelt“ wird, die den Musikern aus Dresden neue Horizonte und den Musikern aus anderen Kulturen Wertschätzung entgegenbringt und notwendige künstlerische Perspektiven aufzeigt. „Über Integration, Identität oder Heimat wird lautstark debattiert. Die Banda Internationale lässt mindestens ebenso lautstark Taten sprechen. Neue Heimat-Musik fürs Volk.“
 
Ehrenpreis: Prof. Max Peter Baumann
Erstmals traf es in dieser Kategorie in diesem Jahr einen Vertreter der Wissenschaft: Max Peter Baumann hat in Lehre wie Forschung wie Publikation deutliche Spuren hinterlassen – nicht zuletzt auch beim Festival, denn die bewährten Gesangs-Workshop-Leiter Christoph Lambertz und David Saam haben bei ihm studiert. „Wir gehen die Wege ohne Grenzen" heißt eine seiner Publikationen (über die Musik der Sinti und Roma). Es könnte auch als Motto über Max Peter Baumanns eigenem (beruflichen) Leben stehen.
 
Festivalpreis: Alma
Musikalisch unangreifbar, Rudolstadt-Neulinge, jung, 4/5tel Frauen – die Kästchen, die man bei Alma ankreuzen kann, nehmen schier kein Ende mehr. „Eigene Grundierungen in Jazz, Volksmusik und Klassik werden zu Ausgangspunkten lustvollen Experimentierens“ und zu einer Musik, „die alpin und transalpin ist, lyrisch und lebendig, intelligent und unterhaltend … Musica con alma y vida, Musik mit Leib und Seele. In jeder Musiksprache absolut preiswürdig.“
 
 
Die Jury 2017
Tiago de Oliveira Pinto (Vorsitz, Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar)
Simone Dake (Rudolstadt-Festival)
Ulrich Doberenz (Rudolstadt-Festival)
Peter Eichler (MDR)
Gereon Schoplick (Creole)

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