RUTH 2018 – Die Gewinner!

von Miriam Rossius

Der Hauptpreis geht an Cymin Samawatie
Die Jury ist sich einig: Sie ist eine der kreativsten Musikerinnen der deutschen Ethno-Jazz-Szene und hat dem Musikleben in Deutschland herausragende Impulse verliehen. Die Sängerin und Komponistin wurde 1976 als Tochter iranischer Einwanderer in Braunschweig geboren, studierte klassische Musik und Jazz und gründete 2002 das international renommierte Quartett Cyminology. Es verschmilzt Elemente orientalischer Musik mit Facetten westlicher Klassik und Jazz sowie der bilderreichen Dichtung alter persischer Meister (plus eigener Texte). Cymin arbeitet mit Musikern der Berliner Philharmoniker zusammen, kuratierte das Festival Female Voice of Iran, gründete 2013 das transkulturelle Orchester Divan der Kontinente, das sie gemeinsam mit Ketan Bhatti leitet. Zur RUTH-Verleihung tritt sie mit Cyminology auf, aber auch der Divan der Kontinente kommt für ein Konzert nach Rudolstadt!

www.cyminsamawatie.de

www.cyminoloy.de

www.divanderkontinente.de


Beim Förderpreis fiel die Wahl auf das Duo Dine Doneff & Maria Dafka
Laut Jury bilden die beiden „eine kongeniale Verbindung für innovative Eigenkompositionen und Improvisationen", die alle auf Lied- und Tanztraditionen der Balkanregion basieren. Maria Dafka, Jahrgang 1998, spielt das Akkordeon Bajan, Doneff als Altmeister auf der Grenze zwischen Tradition und Jazz die Trommel Tapan sowie Gitarre und Tambura. Erst 2017 haben sie sich in München als Duo zusammengetan. Kein Wunder also, dass sie über den Weißwurstäquator hinaus noch unbekannt sind. Was sich aber bald ändern sollte: Die beiden sind einfach gut.
http://www.dinedoneff.com

Mit dem Ehrenpreis würdigt die Jury den Musikjournalisten Michael Kleff
Wäre die deutsche Folk- und Liedszene ein kommerziell einträgliches Geschäft, ein Multi-Funktionär wie Michael Kleff hätte allein durch seine vielen Positionen ein Vermögen verdient. Aber da die Dinge so sind, wie sie sind, hat er das viele Geld nur verdient, jedoch nicht bekommen: Als Chefredakteur beim Folker arbeitete er im Niedriglohnsektor, als Moderator in Rudolstadt ebenso, und die Chefposten bei Profolk sowie der Liederbestenliste bekleidete er ehrenamtlich. Das nötige Geld zum Leben brachten ihm seine Rundfunksendungen ein, immer von besonderer Sachkenntnis und, so möglich, seinem politischen Interesse geprägt. Denn begonnen hatte er seine Journalisten-Laufbahn in der Politik, bevor er sich zunehmend der Folkmusik zuwandte.

 

Den Preis des Rudolstadt-Festivals vergibt das Team an Gisbert zu Knyphausen
Damit geht die Auszeichnung an einen Musiker, der schon länger auf der Shortlist des Festivalteams stand. Zuletzt hatte er sich rar gemacht, doch nun ist er zurück. Ein neues Album, ausverkaufte Konzerte - beides beweist, dass der 38-Jährige seit seinem Debut 2008 zu Recht als Hoffnung auf bessere, weil kantigere, weniger glatt gebügelte Zeiten im deutschen Liedermacher-Pop gilt. Auf der aktuellen CD Das Licht dieser Welt brilliert, ebenso wie live, eine vorzügliche, weil variable Band. Und wer solche Zeilen schreibt: „Kaum ist die Nabelschnur ab, schon steh’n wir alle auf dem Schlauch“, hat den Sonderpreis des Festivalteams wahrlich verdient.
www.gisbertzuknyphausen.de

Preisträger-Konzerte und Verleihung der RUTH am Samstag, 7. Juli auf der Heidecksburg!

Die Jury 2018

Tiago de Oliveira Pinto (Vorsitz, Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar)
Simone Dake (Rudolstadt-Festival)
Ulrich Doberenz (Rudolstadt-Festival)
Peter Eichler (ARD)
Gereon Schoplick (Trägerkreis creole)

 

Mehr Infos zur RUTH: www.weltmusikpreis.de

Zurück