Kleine Revolutionsgeschichte in einem Lied

von Bernhard Hanneken

Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“ ist ein Lied von gestern. Dieses ins Deutsche übertragene russische Revolutionslied war bis zum Sturz kommunistischer Herrschaft eng mit den Institutionen des Staatssozialismus verknüpft. Es ist ein Medium der Erinnerung an längst historisch gewordene soziale Ideale und Hoffnungen, deren Sprache und Pathos heutzutage antiquiert wirken und eher parodistische Assoziationen erwecken. Gleichzeitig ist es ein Lied, dessen Geschichte die politische Entwicklung Deutschlands im 20. Jahrhunderts spiegelt.

 

Als musikalisch-literarische Revue wird das Songposium 2017 den Fragen zu revolutionärer Euphorie und Hoffnung, aber auch den „Mühen der Ebene“ (Brecht) nachgehen. Aus den historischen Spuren des Liedes entwickelt sich dabei eine von Geschichte und Geschichten gesättigte Expedition, die auf den Spuren proletarischer Träume (und Albträume) von Russland nach Westeuropa, von Arbeiterchören zu Neuer Musik, von Lenin zu Hitler, von Parteisoldaten zu Umweltaktivisten, von der Freiheit zur Freizeit und von der Sonne zum Schirm führt.

 

Mitwirkende:

Dieter Beckert, Symposiarch

Barbara Boock

Steffen Mensching

Markus Seidensticker

Thomas Voigt

Chor des Heinrich-Böll-Gymnasiums Saalfeld; Leitung: Jürgen Franke

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