1. Tanz und Folk Fest 1991 - 5. - 7. Juli

Was tun mit dem alten Tanzfest, fragte sich der Stadtrat Rudolstadt nach der Wende und schrieb die Stelle eines Tanzfestleiters aus. Es gab eine Handvoll Bewerbungen, die Mehrzahl davon konzeptionell eng an das alte Tanzfest angelehnt. Und so fiel die Wahl auf eine Bewerbung des Leipziger Musikers (Folkländer, Bierfiedler) und Organisators (Tanzhausfest) Ulrich Doberenz und seinem Grüppchen von Folkies aus Ost und West. Deren Idee: Gutes vom Alten bewahren, spannendes Neues hinzufügen – da Beschränkungen nur einengen, sollte das TFF die große Breite darzustellen, die dieser Musiksektor zu bieten hat: Folk und Weltmusik, Bühnen- und Mitmachtanz, Konzerte und Workshops, Lautes und Leises – ein fröhlicher Spielplatz für die (Musik-)Kulturen der Welt.
 
Die Idee ging auf. In nur sechs Monaten aus dem Boden gestampft, fanden sich am ersten vollen Juliwochenende Musiker aus aller Welt und vor allem bereits einige Tausend Besucher in Rudolstadt ein. Zu den Höhepunkten zählten dabei die Konzerte von Elena Ledda, dem Terem Kvartet oder Jablkon, der Abend mit den Tannahill Weavers, Liederjan sowie Folkländer/Bierfiedler sowie der letzte Auftritt von Derroll Adams & Rambling Jack Elliott. Und es gab, auf Vorschlag des Büroleiters Peter Uhlmann, das erste Magiekonzert: Magie auf Knopfdruck war dem Melodeon gewidmet. Mit dabei: Katherine Bersoux (FRA), Andy Cutting (GRB), Kepa Junkera (ESP), Máirtín O’Connor (IRL), Emmanuel Pariselle (FRA) sowie Riccardo Tesi (ITA).
 
„Tanz- und Folkfest Rudolstadt 1991. Neubeginn für ein Festival, wie es sich viele schon lange so gewünscht und vorgestellt hatten.“ (Ostthüringer Zeitung)
 
„Was das Festival im 32.000-Seelen-Städtchen an der Saale so einzigartig machte, war die gelungene Mischung aus Musik unterschiedlicher Couleur und vor allem die Atmosphäre: Drei Tage lang dominierte unangestrengte Gelassenheit die Strassen, wie sie in den alten Bundesländern längst zur Rarität gehört.“ (Badische Zeitung)