Nr. 2: 3.-5. Juli 1992

Es ist Spekulation, aber mit einiger Berechtigung: Ohne die Beteiligung der ARD-(Rundfunk-)Anstalten hätte das Festival seinen Weg kaum so gehen können. Aber die ARD-Anstalten hatten Anfang der 90er Jahre den Auftrag, aus den neuen Bundesländern zu berichten, was jenseits des musikalischen Interesses ihre Teilnahme am und Berichterstattung vom Tanz&FolkFest enorm erleichterte. 1992 entschied nun Dr. Jan Reichow, Leiter der WDR-Abteilung Volksmusik, sein jährliches Folkfestival, die einzige regelmäßige Fernsehsendung mit dieser Musik, auf die Heidecksburg zu verlegen. Mit dabei: Baba Yaga (RUS/HUN/GRB), Ira Bernstein & Evo Bluestein (USA), Broadlahn (AUT), Teresa de Sio (ITA), Maria Krupowies (LAT), Okuta Percussion (NIG/AUS/GER) sowie Zap Mama (CON/BEL).
 
Dabei hätte es 1992 eigentlich gar kein Festival geben sollen: Dem Rhythmus der alten Tanzfeste folgend, war ein zweijährliches Festival geplant gewesen. Doch Bürgermeister Dr. Hartmut Franz hatte es in der Abschluss-Pressekonferenz 1991 schon vorweggenommen. „Wenn es nach mir geht, findet das Tanz&FolkFest ab jetzt jährlich statt.“ Wollte man der Prophezeiung des Musikblatts gerecht werden („Rudolstadt hat die ungeahnte Chance, eine Institution von europäischem Rang zu werden“), blieb auch kaum eine andere Wahl. Der Stadtrat schloss sich der Argumentation an. Also ein jährliches Festival.
 
Das bot 1992 als Neuerung die Heidecksburg als Spielstätte sowie einen Nachwuchswettbewerb für die jungen Musiker (Sieger: die Baba Jam Band vor Hagelschlag & Elfenreigen sowie Noks), einen Schwerpunkt zu der Musik der Indianer, eine Fairport-Convention-Reunion zum 25. Geburtstag der Band sowie ein Magie-Konzert zur Geige.
 
„Für mich war der Besuch des TFF ’92 der erste Aufenthalt in den neuen Bundesländern. Er hat mir viele Seiten und Probleme der Wiedervereinigung gezeigt und wohl mehr Verständnis hervorgebracht, als es die Medien bislang vermochten.“ (Besucherzuschrift an die Stadtverwaltung)