Nr. 16: 7.-9. Juli 2006

200 Jahre Schlacht bei Jena und Auerstedt – Zeit, sich mal wieder mit dem Erbfeind zu beschäftigen. Also ein Länderschwerpunkt Frankreich. Hochkarätiges, wohin man auch die Ohrhärchen ausrichtete. noJazz auf dem Neumarkt waren zu laut, aber das konnte man ja nicht der Kapelle vorwerfen. Aber ansonsten? Babylon Circus, eine veritable Bagad (aus Roñsed-Mor), Françoiz Breut, La Chavannée, Les Primitifs du Futur oder Titi Robin – oh lalà!
 
Dudelsäcke gehen manchem ziemlich auf denselben. Andere lieben sie. Deswegen trennte sich die Zuhörerschaft des Magie-Konzerts diesmal schon vor dem Konzert. Was beim Mitmachtanz schon vor dem Festival der Fall ist - manche Tanzfreaks erleben kein einziges Konzert, sondern springen nur von Tanzveranstaltung zu Tanzveranstaltung und humpeln nach dem Festival mit verquollenen Füssen, aber überglücklich nach Hause. Nun geht der Tango, Tanz des Jahres 2006, vielleicht nicht so auf die Haxen wie andere Tänze, aber gequalmt hat’s trotzdem wieder mächtig.
 
Die RUTHs gingen an Konstantin Wecker für sein Bagdad-Kabul-Projekt, an Rüdiger Oppermann für sein jährlich tourendes Weltmusikfestival Karawane, an die Ohrbooten und an das Duo Bögeholz & Mosalini. Die Ehren-RUTH konnte sich Dr. Hartmut Franz ins Heim stellen – der Rudolstädter Altbürgermeister, Festivalfan der ersten Stunde, hatte just vor dem 16. TFF den Staffelstab an seinen Nachfolger Jörg Reichel übergeben. Bellowhead, der Bajofondo Tango Club oder Suden Aika gehörten zu den Künstlern, über die nachher am meisten geredet wurde.
 
Hier habe ich genau mein Publikum: offen, interessiert sich für Geschichte, Kultur, für Sachen aus Holz, denkt mit – und deshalb mache ich hier auch gute Geschäfte. (Winfried Meyer, „Kreiselmann aus dem Erzgebirge“)
 
Die schmerzlichen Überschneidungen seien Methode, erklärte streng Petra Rottschalk von der Festivalleitung, Rudolstadt lehre verstehen, wie viel man im Leben verpasst. (Christoph Dieckmann, Folker!)