Nr. 21: 30. Juni - 3. Juli 2011

Kaum das große Jubiläum überstanden – schon stand mit dem 21. TFF eine Premiere an. – Erstmals wurde von Donnerstagabend an über vier Tage hinweg gefeiert. Statt eines Vorabkonzerts auf dem Schlosshof mit meist etwa 2500 Gästen gab es mit vier Bands volles  Programm auf drei Bühnen im Heinepark, wo an die 10.000 Besucher gezählt wurden. Die waren spätestens um Mitternacht bei den Songs der grandiosen Zaz sicher, dass der frühere Start des Festivals eine richtige Entscheidung war.

Ein Tag mehr TFF war nicht die einzige Zäsur, schließlich gab es schon vor der Eröffnung ein noch nie da gewesenes „Dauerkarten ausverkauft!“ Der Wunsch, die entspannt-familiäre Atmosphäre zu bewahren und die Verantwortung, jederzeit die Sicherheit aller Besucher zu gewährleisten, lies dem TFF-Team keine andere Wahl als das Einfrieren der 4-Tages-Karten auf dem Stand des Vorjahres.

Die Schweiz präsentierte sich im Länderschwerpunkt. Gelungen das Experiment, hier nach langer Zeit wieder einmal einen programmatisch geschlossenen Abend zu gestalten. Christine Lauterburg führte durch eine ausgesprochen kurzweilige Revue, in der sich die Eidgenossen weniger als brave Bewahrer alpenländischer Traditionen, denn als deren ebenso liebevolle wie erfrischende Neuerer zeigten.

Eine kräftige alpine Färbung bekamen auch die RUTHs: Der Österreicher Hubert von Goisern (Deutsche RUTH) löste eine wahrhafte Völkerwanderung gen Burg aus, so dass wegen Überfüllung viele Besucher nicht mehr eingelassen werden konnten. Zuvor hatte das Hamburger Gesangsduo Fjarill sein Publikum verzaubert und Klaus der Geiger die Massen euphorisiert.

Die visuelle Gestaltung des Festivals wurde um witzige kinetische Objekte reicher und die Bauernhäuser im Park stiegen zur gut frequentierten Weinschänke auf.

Als himmlisches Instrument wird sie seit der Antike apostrophiert, nun wurde sie auch noch zum „Magischen Instrument“ des TFF – die Harfe. Späte Absagen einiger fest eingeplanter Künstler/innen bereiteten Koordinator und Arrangeur Wolfgang Meyering nur vor dem Beginn der Proben Sorgen. Denn was die „Harp-Allstars“ später dem begeisterten Publikum boten, hielt das hohe Niveau der Vorgänger-Projekte.

Der Walzer, König der Gesellschaftstänze, hielt als Tanz des Jahres Hof unter der Heidecksburg und ermöglichte schon im Eröffnungsprogramm das gemeinsame Schaulaufen der Rudolstädter Kultur-Flaggschiffe Thüringer Folkloretanzensemble und Thüringer Symphoniker.

Große Konzerte lieferten auch Dr. John, Kraja, Madison Violet, Que Strada, Daniel Kahn, Roy Paci, Yemen Blues und – finally – the Treacherous Orchestra auf der großen Parkbühne. Nach dem furiosen Auftritt der Schotten wurden die Skeptiker rar, die sich den TFF-Showdown auch weiterhin nur im Schlosshof vorstellen mochten.