Nr. 22: 5.- 8. Juli 2012

Zum zweiten Mal ging Deutschlands größtes Weltmusikfestival als Viertage-Veranstaltung über die mehr als 20 Bühnen im Heinepark, in der Altstadt und im Heidecksburg-Areal.

Die Zahl der Mitwirkenden lag mit fast 1.200 in diesem Jahr über dem Schnitt, schließlich hatten wir auch einige größere Ensembles aus China zu Gast. Die Volksrepublik setzte den TFF-Länderschwerpunkt 2012. In diesem Rahmen gab es neben den Konzerten und Performances auch musik- und landeskundlichen Workshops sowie die eintägige Konferenz Sketches of China: Wissenschaftler und Fachleute aus China, den Niederlanden, Taiwan, den USA und Deutschland suchten hier verschiedenste Aspekte (traditioneller) Musik im Reich der Mitte zu erhellen.
Das Publikum zeigte sich für die insgesamt 9 Acts aus China sehr offen und interessiert an den hierzulande größtenteils noch unbekannten Künstler/innen. Regen Zuspruchs erfreute sich u.a. die China-Revue am Freitag auf dem Markt und der anschließende Auftritt Gong Linnas und ihres Chores DaBaiSang gemeinsam mit den Thüringer Symphonikern Saalfeld-Rudolstadt im Hof der Heidecksburg.

Die Limitierung der Dauerkarten im Online-Verkauf hat sich erneut als taugliches Instrument erwiesen, die Gesamtbesucherzahl in einem der harmonischen Atmosphäre zuträglichen Rahmen zu halten. Insgesamt wurden 19.900 Dauerkarten abgesetzt, wozu an den einzelnen Tagen noch einmal bis zu 8.400 Tagesbesucher kamen. Auch 2012 erfreute sich das TFF Rudolstadt des Interesses von Besuchern aus anderen Ländern. Diese kamen u.a. aus Australien, Belgien, Dänemark, Estland Frankreich Großbritannien, Italien, Litauen, Luxemburg, Österreich, Schweiz, Niederlande, Polen, Spanien oder Tschechien.
Die Masse von gut 9.000 Gästen auf Camping- und Caravanplatz sowie in der Gemeinschaftsunterkunft verlangte unseren Mitarbeitern und der technischen Logistik natürlich wieder alles ab.

Mit dem Instrumentenprojekt Magic Concertina rückten 10 Virtuosen aus 6 Ländern sowie eine Ausstellung erlesener Exponate ein vor allem in den Folkszenen der britischen Inseln äußerst beliebtes Instrument ins Rampenlicht. Musiker und Arrangeur Wolfgang Meyering gelang es erneut, binnen einer Woche aus einem „Haufen“ von virtuosen Individualisten ein internationales „Ensemble auf Zeit“ zu formen.
Von der begeisterten Atmosphäre leider nicht nur sprichwörtlich überwältigt wurde der fast 80-jährige Horst Voit aus Mehltheuer (Vogtland). Der Musiker hatte am Freitag beim gefeierten Auftritt „der Concertinas“ auf der Burgterrasse einen Herzanfall erlitten. Zum Glück reagierten die im Publikum anwesenden Ärzte sofort – die Rettungsmaßnahmen waren erfolgreich und Horst Voit nach der anschließenden intensivmedizinischen Versorgung bald auf dem Weg der Genesung.

Die TFF-Tänze des Jahres standen unter der Überschrift Street dances. Das Publikum der Bühnenshows und die zahllosen Mitmachtänzer delektierten sich an traditionellen wie modernen Formen – von englischen Morristänzen bis zum Hip-Hop.  Aus beiden „Fraktionen“ (Moulton Morris Men und TOS next move) erreichten uns im Nachgang euphorische Bekundungen der Dankbarkeit für ein grandioses TFF-Publikum.

Das Konzertprogramm hielt gerade auch für jüngere Festivalbesucher  eine Reihe verlockender Offerten bereit (u.a. Shantel und Bucovina Club Orkestar, Kellerkommando, Moop Mama, Blitz The Ambassador, Systema Solar, Gentleman oder Dota und die Stadtpiraten), es entfaltete aber auch das Thema lebendiger Musikgeschichte (u.a. mit Bela Fleck und  Oumou Sangare, Hypnotic Brass Ensemble oder mit der New Yorker Theaterproduktion Woody Sez). Die Folkpunks von Chumbawamba, wir entnahmen es tags darauf völlig überrascht den Agenturmeldungen, gaben am Sonntag auf der Konzertbühne im Park ihr letztes Deutschland-Konzert.                                                                                          


Zu den Höhepunkten des 22. TFF zählten erwartungsgemäß die Konzerte der Sieger des deutschen Weltmusikpreises RUTH 2012, Den Beifall des Publikums auf dem voll besetzten Hof von Schloss Heidecksburg genossen die Strottern (Deutsche RUTH), das Al Andaluz Project (Globale RUTH) und Hannes Wader (Ehren-RUTH fürs Lebenswerk), währen die Doppelausstellung der bildenden Künstler Gertrude Degenhardt und Jürgen B. Wolff (jeweils mit der Ehren-RUTH für die besondere Expertise ausgezeichnet) eine riesige Resonanz fand.

Erneut gehörte das TFF zu den medial am stärksten beachteten Kulturveranstaltungen Mitteldeutschlands. Mehr als 320 Journalisten, Kameraleute und Techniker arbeiteten während des 22. TFF für 120 akkreditierte Medien (u.a. eine 60-minütige TV-Sendung im MDR-Zentralprogramm,  ein Beitrag für das chinesische Fernsehen durch die Europa-Korrespondenten der Agentur  Xinhua; Rundfunk-Livesendungen/ Konzertaufzeichnungen/ Beiträge von MDR Figaro, Deutsche Welle, Deutschlandfunk, DeutschlandRadio Kultur, WDR 3, HR 2 Kultur, Bayern Klassik; weitere Radiostationen, u. a. aus Tschechien, Polen).