Shahin Najafi (IRN)

Shahin Najafi

Shahin Najafi (IRN)

Shahin Najafi (IRN)Seit dem Sommer von 2009 kann er keine Grenzen mehr zwischen Kunst und Politik ziehen, schreibt Shahin Najafi in seinem Buch „Wenn Gott schläft“. Es war der Sommer der gefälschten Wiederwahl des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad und Najafi widmete der bei Protesten getöteten Studentin Neda ein Lied. Aber seine Kunst ist nicht nur politisch, die Kunst ist für den Sänger und Gitarristen auch überlebenswichtig. Sie half ihm durch die Zeit, als er 2012 in Köln abtauchen musste, weil mehrere Fatwas gegen ihn ausgesprochen wurden. Damals wurde Shahin Najafi mit zornigen Rap-Songs zur Stimme der iranischen Jugend. Der Zorn ist bis heute hör- und spürbar und entfaltet eine erstaunliche Kraft. Sein aktuelles Programm nennt er „Contemporary Persian Music“ und spricht in charmantem Understatement von einem „Mischmasch“, für das er überall ein bisschen klaue; bei Jazz und Blues oder bei iranischen Volksliedern. Dabei klingt sowohl der begabte Koran-Rezitator durch, der er als Jugendlicher war, aber eben auch der Rapper, Rockfan und nicht zuletzt der empfindsame Dichter. Aus all diesen Facetten tönt das mutige Engagement, mit dem Shahin Najafi gegen politischen Terror, religiöse Unterdrückung und Gewalt kämpft.