Estland

Estland, eine singende Nation, eine durchdigitalisierte Gesellschaft – zwei Markenzeichen, die augenfällig sind für das kleine Land, dem wir unseren großen Schwerpunkt widmen. Singend erkämpften die Menschen die 1991 von der Sowjetunion anerkannte Unabhängigkeit – die zweite nach 1918 – und bei den nun längst wieder freien Wahlen läuft die Abstimmung per Internet. Und auf den zweiten Blick? Wer sucht, der staunt über unerwartete Superlative: den ältesten Leuchtturm in Nordeuropa (Baubeginn 1504), die höchste Fichte der Welt (46,8 m), ein Kunstmuseum, noch schiefer als der Schiefe Turm von Pisa (Neigung 5,8 Grad).

 

Nicht so klar in Rekorden und Zahlen zu messen, dafür aber umso stärker zu spüren ist eine innige Verbundenheit zur Natur. Und da die gerade einmal 1,3 Millionen EstInnen von viel Wasser und Wald umgeben sind, scheint ein Hang zur Mythologie fast unausweichlich. Er durchweht die Musik ebenso wie die Weite der Landschaft. Nicht selten schwebt der  Sound estnischer Bands zwischen archaischen und experimentellen, visionären Facetten. Die Klänge der Dörfer werden ins 21. Jahrhundert getragen und das oft von jungen KünstlerInnen und für ein auffallend junges Publikum.

 

Ob eher die natürliche Weite oder der Hightech-Gedanke die Ideen hochfliegen lässt - Estland beeindruckt jedenfalls durch eine ungeheure Kreativität in allen Genres, sowohl im Hardrock wie in der Klassik, im Jazz wie im Folk. Die Musikszene ist derzeit sicher die aktivste und schöpferischste in der Region, also mussten wir sie einfach ins Programm heben! 

Photo Taaniel Malleus