Zur Jurysitzung 2019

Zum 17. Mal wird in diesem Jahr der deutsche Folk- und Weltmusikpreis RUTH verliehen. Die ersten Preisträger 2003 waren Urna, die just mit einer neuen CD (gemeinsam mit dem polnischen Ensemble Kroke) aus einer temporären Versenkung aufgetaucht ist, Wenzel, der 2018 leider viel zu früh verstorbene Trikont-Gründer Achim Bergmann sowie der iranische Perkussionist Mohammad Reza Mortazavi, dem damals der Förderpreis verliehen worden war und der seitdem eine erfolgreiche internationale Karriere hingelegt hat.

Illustre Namen haben sich ihnen in den Folgejahren angeschlossen, und auch der 2019er Jahrgang kann sich wahrlich sehen lassen.

Der Hauptpreis der RUTH kann an ein aktuelles Projekt gehen. Mit dem kann Rudi Zapf nicht aufwarten, aber dass er die Auszeichnung für sein Lebenswerk verdient hat, steht außer Frage: In seinen bisher fast 60 Jahren hat er an verschiedenen Stellschrauben das Rad des Hackbretts in Bayern und darüber hinaus weitergedreht und sich unschätzbare Verdienste um die Popularisierung des Instruments erworben.

Mit Siegfried Maeker geht der Ehrenpreis an einen Agenten – und doch auch nicht, denn ausgezeichnet wird er nicht dafür, dass er über Jahrzehnte Künstler wie Zupfgeigenhansel, JAMS, die Sands Family oder Exprompt an Veranstalter vermittelt hat, sondern für seine unschätzbaren Verdienste um die Musik der Sinti und Roma in diesem Land.

Die Sephardics spielen, kaum verwunderlich, sefardische Lieder, allerdings in einem aufregend jazz-rockigen Gewand. Der Klang des Quartetts ist so überzeugend, dass er ihnen schon den creole-Preis 2017 in Nordrhein-Westfalen eingebracht hat. Und jetzt die Förder-RUTH.

Bleibt die Festival-RUTH. Ein bisschen Spaß muss sein, dachte sich das Team und fischte bei der Suche deswegen in einem Pool von Kandidaten, bei denen sich Musikalität mit Humor paart. Möglicherweise ist dies bei keiner anderen deutschen Gruppe derzeit so ausgeprägt wie bei Gankino Circus. Dass sich die Franken auf dem Weg zu dem, was sie heute sind, 2009 auch auf den Straßen des Rudolstadt-Festival haben inspirieren lassen, freut das Team durchaus. Merke also: Von Rudolstadt lernen, heißt, für’s (musikalische) Leben lernen!
 
 
 
Die Jury
Tiago de Oliveira Pinto (Vorsitz - Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar)
Simone Dake (Rudolstadt-Festival)
Ulrich Doberenz (Rudolstadt-Festival)
Peter Eichler (ARD)
Gereon Schoplick (Trägerkreis Creole)